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StMELFBayerische ForstverwaltungBayerisches Amt für forstliche Saat- und PflanzenzuchtAktuelles aus dem ASP → Renaissance der Forstpflanzenzüchtung im Klimawandel?
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Renaissance der Forstpflanzenzüchtung im Klimawandel?

Der Klimawandel sowie steigende Rohstoffpreise haben die Diskussionen zur Forstpflanzenzüchtung neu entfacht. Mittels Züchtung können bei Waldbäumen bestimmte Eigenschaften (Ertrag, Stammform, Schädlingsresistenz) verbessert oder Waldbäume mit neuen Eigenschaften geschaffen werden (z.B. Bäume mit verändertem Ligningehalt).

Containerquartier vor der Auspflanzung (Foto: ASP) Douglasien aus der Nachkommenschaftsprüfung im Containerquartier vor der Auspflanzung (Foto: ASP)

Die intensive Forstpflanzenzüchtung birgt ohne Zweifel die Möglichkeit von Wertsteigerungen forstwirtschaftlich genutzter Flächen. Auch ­erhofft man von ihr die Entwicklung von Bäumen, die mit den erwarteten Klimaänderungen besser zu recht kommen. Allerdings benötigt die konventionelle Züchtung durch Auslese und Kreuzung viel Zeit, da Waldbäume eine lange Lebensdauer haben und im Vergleich zu landwirtschaftlichen Pflanzen sehr spät blühen und fruchten. Ohne einen langen Atem - es geht oft um mehrere Jahrzehnte - sowohl in wissenschaftlicher als auch in finanzieller Hinsicht wird Forstpflanzenzüchtung nicht erfolgreich sein. Bei Erfolg gehen Experten von einem Mehrwert zwischen fünf und zehn Prozent je Züchtungsabschnitt aus.

Bei schnellwachsenden Baumarten (z.B. Pappel, Weide, Robinie, Birke, Erle) mit kurzer Umtriebszeit, früher Geschlechtsreife und oft klonaler Vermehrung kann dieser Mehrwert schon nach 10 bis 20 Jahren erreicht werden. Bei langsamwachsenden Baumarten mit langer Umtriebszeit, später Geschlechtsreife und meist Vermehrung über Samen kann ein Züchtungsmehrwert nur über lange Zeiträume (30 bis 60 Jahre) erzielt werden.

Zu den wichtigsten Methoden der Forstpflanzenzüchtung zählen die Auslese von Plusbäumen, gezielte Kreuzungen, Anlage von Samenplantagen mit Plusbäumen, Feldprüfungen der Nachkommen im Vergleich zu einem Standard, Herkunftsversuche und die Erstellung von Mehrklonsorten. Aber auch die Zulassung geeigneter Erntebestände oder die Verwendung geprüften Vermehrungs­gutes ist ein wichtiger Züchtungsschritt. Auch am ASP werden solche Methoden angewandt. Oberstes Ziel ist hier die Bereitstellung hochwertigen Vermehrungsgutes. Dazu dienen z.B. das umfangreiche Samenplanta­genprogramm, die Nachkommenschaftsprüfungen und die Herkunftsversuche un­ter­schiedlicher Baumarten.

Nicht jede gewünschte Eigenschaft kann in Wege der Züchtung erreicht werden. Zudem darf die züchterische Verbesserung bestimmter Merkmale nicht mit Nachteilen bei anderen Eigenschaften erkauft werden. Mit einer Leistungsoptimierung durch die Herauszüchtung von "Spitzenbäumen" geht oft eine Verengung des Genpools der "Spitzenpopulation" einher. Gerade im Klimawandel mit all seinen Unsicherheiten kommen für den überwiegenden Teil der Waldfläche nur Züchtungsstrategien in Frage, die den

Erhalt der genetischen Vielfalt und damit die langfristige Anpassungsfähigkeit der Wälder sichern.

Komplexe Züchtungsprogramme müssen bundesländerübergreifend durchgeführt, finanziert und koordiniert werden. Eine Expertengruppe von Bund und Ländern, an der das ASP beteiligt ist, erarbeitet zurzeit ein Positionspapier zur Züchtung im Klimawandel in Deutschland. Es soll Potentiale zur Ertragssteigerung durch Züchtung aufzeigen und dazu notwendige Maßnahmen benennen.